Die Menschen kommen kaum zur Besinnung.
Die einen kämpfen täglich den stressigen Kampf um ihre Arbeit, den Haushalt und evtl. die Kindererziehung. Die Arbeit ist anstrengend, der Weg zur Arbeit ist anstrengend (egal ob Auto, Bahn oder Bus), Haushalt und (richtige) Ernährung sind anstrengend, die Kindererziehung (Kindergarten, Schule, gesunde Entwicklung) ist herausfordernd, überfordernd in der modernen Gesellschaft.
Andere rennen irgendeinem Trend vom angemessenem hedonistischen Leben hinterher. Sie „müssen“ Geld verdienen, um sich ein schönes, ein gutes Leben leisten zu können. Konzerte besuchen, Essen gehen, sich mit klugen (oder wichtigen) Menschen umgeben, Urlaubsziele auswählen, Autos oder Boote oder Häuser anschaffen – das bereitet zusätzlichen Stress zu dem der Arbeit, die die gesamte „freie“ Zeit und das „Wohlleben“ finanzieren muss.
Wieder andere gehen unter der Last ihrer seelischen Bedrängnisse (Kummer, Sorgen, psychische Leiden, Burn-Out, Traumata …) gebeugt durchs Leben, schaffen so gerade ihr alltägliches Leben (oder auch nicht) und brauchen all ihre seelische Kraft, um sich über Wasser zu halten und nicht zu verzweifeln.
Weitere Menschen kämpfen ums nackte Überleben, da sie von Bombenangriffen, Zerstörungen, Mangel an elementarsten Dingen (wie Wasser, Nahrung, Kleidung, Medikamente) bedroht sind, auf der Flucht sind und hausen in Zelten, in Planen, in Lagern unter menschenunwürdigen Zuständen.
Zahllose Menschen kommen nicht zur Besinnung. Sie haben nicht die Kraft oder nicht die Zeit oder nicht den Sinn dafür, sich einmal still hinzusetzen und zu besinnen: wer bin ich eigentlich?, was mache ich hier auf Erden eigentlich?, was ist eigentlich richtig? Und allgemeiner: wer sind wir Menschen eigentlich?, was machen wir hier auf Erden eigentlich?, ist unsere Lebensweise eigentlich richtig (menschengemäß)?
Und die, die nun nicht um ihre nackte Existenz kämpfend leben, denen es materiell recht gut geht – sie kommen nicht zum Besinnen, zum wirklich ruhigen, gründlichen Besinnen. Haben aber Meinungen. Die sind schon fertig, die mussten sie sich nicht in stiller Besinnung erarbeiten. Die haben sie im „Vorbeigehen“, beim Fernsehen, beim Radio hören aufgeschnappt. Da haben beim Hören die alten unbewussten Haltungen und Vorurteile zugeschnappt. Klack! ist die Meinung eingerastet.
Feiertage, egal ob weltlich oder religiös, werden nicht zum Besinnen auf den jeweiligen Anlass genutzt, sondern als freie Tage für Ausflüge, Reisen, Freizeitvergnügungen, das Grillen oder Rasenmähen oder Autowaschen genutzt.
