Von der gewaltigen Kraft,
die uns alle retten könnte

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»Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei: Aber die Liebe ist die Größte unter ihnen.« Wer mich heulen sehen will, muss mir diesen Satz vorlesen: Das funktioniert immer, er haut mich um, jedes Mal. (…)

Ich finde, man muss nicht an Gott glauben, um von diesem Satz ergriffen zu sein. Er gibt der Ewigkeit einen Namen: Liebe, das mächtigste aller Gefühle. Und nur der Mensch (egal ob gläubig oder nicht) weiß, wie viel Macht in ihr steckt. Geschrieben in einer fast zärtlichen Sprache voller Rhythmus und Poesie und Kraft, allen stets glättenden Neuübersetzungen der Bibel zum Trotz. (…)

In einer säkularen Welt wie meiner haben Glaube und Hoffnung an Tiefe verloren, die einst überirdische Dimension ist zusammengeschmurgelt auf: positiv in die Zukunft schauen. Das ist manchmal viel wert, aber auch nicht mehr als die Ansprache eines Bundespräsidenten, der glaubt, dass wir nur alle zusammenhalten müssen, und der hofft, der Mensch sei klug genug, um die Klimaerwärmung doch noch zu stoppen.

Die Liebe aber ist konkret und groß wie schon vor vielen Tausend Jahren. Dass Theater und Oper, Kino, Literatur und Popmusik nicht ohne sie können – geschenkt. Paulus schreibt über sie: »Sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles, Die Liebe höret nimmer auf.« Ein Stein, wen dies kaltlässt. Und umgekehrt: Was wäre der Mensch, wenn er alles hätte im Überfluss, nur keine Liebe? (…)

All you need is love. Denn da, wo Liebe ist, gibt es keine Barbarei und keinen Krieg. Liebe ist die Lösung. Immer.

Und jetzt ein Taschentuch, bitte.

Susanne Schneider in:
Der 30. Andere Advent (2024)